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Arznei im Kühlregal 
Cholesterinsenkende Lebensmittel: Verbraucher wissen zu wenig über Risiken

Viele Verbraucher konsumieren Lebensmittel zur Senkung ihres Cholesterinspiegels, obwohl es gar nicht nötig wäre. Besonders bedenklich: Käufer, die cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, greifen oft ohne Rücksprache mit ihrem Arzt zu diesen Produkten. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Verbraucher-zentralen und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu funktionellen Lebensmitteln.

Gegenstand der Befragung war der Verzehr von Margarine, Käse, Joghurtdrinks, Diätmilch und weiteren Produkten, die mit sogenannten Pflanzensterinen angereichert sind. Pflanzensterine tragen zur Senkung des Cholesterinspiegels bei. Ergebnis der Studie: Fast die Hälfte der 1002 in Supermärkten befragten Käufer haben keinen nachgewiesen erhöhten Cholesterinspiegel - sie verzehren damit ohne Grund regelmäßig Lebens-mittel, die ihre Blutwerte beeinflussen. Ein Problem gibt es auch bei Konsumenten, die wegen ihres erhöhten Cholesterinspiegels in ärztlicher Behandlung sind. Viele von ihnen konsumieren diese Lebensmittel ohne Rücksprache mit ihrem Arzt, obwohl das auf den Packungen ausdrücklich angeraten wird. Sie riskieren damit uner-wünschte gesundheitliche Wirkungen. Nur jeder siebte Konsument folgt beim Kauf der Cholesterin-Senker einer Empfehlung seines Arztes oder Apothekers - jeder vierte hingegen ist motiviert durch die Werbung der Hersteller. Was die Experten darüber hinaus beunruhigt: Diese Produkte haben auch negative Auswirkungen, denn sie können die Vitaminaufnahme einschränken. Daher der Rat: Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten sie am besten gar nicht verzehren.

"Kein x-beliebiges Light-Produkt"
Die Ergebnisse der Studie sind bedenklich. "Die Produkte sollten nicht vorbeugend verzehrt werden, sondern nur, wenn der Cholesterinspiegel tatsächlich erhöht ist", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. Zudem müssten Lebensmittel mit bewiesener gesundheitlicher Wirkung deutlich von herkömmlichen Produkten in den Supermarktregalen getrennt werden. "Für die Verbraucher muss klar sein, dass es hier nicht um x-beliebige Fitness- oder Light-Produkte geht", sagte vzbv-Vorstand Edda Müller. "Wir sprechen vielmehr von Produkten, die wie Arzneimittel funktionieren."

Quelle: vzbv

 

(c) BfR

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